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flimmertierchen auf der linse

Um auch in der veranstaltungslosen Pandemiezeit Literatur von Aachener Autor*innen präsentieren zu können, veröffentlich das Literaturbüro Euregio Maas-Rhein seit einigen Wochen regelmäßig Kurzvideos: jeweils eine Autorin oder ein Autor stellt darin einen kurzen Prosatext oder ein Gedicht vor.

Hier das Diptychon „migräne, aura. hemisphären“ von Christoph Wenzel (erstpubliziert in: Sprache im technischen Zeitalter 219 (2016)).

denk dir den platz … als süße bausünde

Im Rahmen des Projektes TRANSIT – Vorübergehende Literatur am Ebertplatz, einer Kooperation zahlreicher Veranstalter*innen der Kölner Literaturszene: u.a. der Lesereihen Land In Sicht und Literaturklub, des Literaturmagazins KLiteratur, des Festivals Insert Female Artist und des Veranstaltungsformats HEIMSPIEL, liefen vom 9. April 2021 bis 14. Mai 2021 über 30 verschiedene literarische Texte über ein 50 Meter langes LED-Laufband am Ebertplatz.

In einer öffentlichen Ausschreibung wurden aus rund 600 eingereichten Texten 31 für die Präsentation am Ebertplatz ausgewählt.

Alle diese Texte stellen entweder einen Bezug zum Ebertplatz her oder beschäftigen sich inhaltlich oder formal mit den Herausforderungen unserer unmittelbaren Gegenwart.

Im Video läuft das Gedicht „süße bausünde“ von Christoph Wenzel über das LED-Laufband:

denk dir den platz als wohnzimmer
mit angeschlossenem partykeller,
als sein eigenes wörterbuch,
einen angsttraum vom angstraum,
denk ihn dir als real life streaming server,
als schreibtisch mit kartoffelkeller,
siehst du die reisterrassen, die hängenden gärten,
brutal, aber zärtlich, sieh ihn an als proberaum
fürs tanztheater, als brettspiel oder bastelbogen, 
boxring, brennpunkt, eine vorlesung
zu geschichte, geometrie und plattentektonik,
als darkroom für lichtflüchter, als gut getarntes 
trümmerfeld und biotop, als eine süße bausünde,
als stammtisch, niemandsland, eine gemeinheit

Ein Twitter– und ein Instagram-Account dokumentieren die jeweiligen Texte und Autor*innen.

„idylle mit bushaltestelle“ | Poesie im öffentlichen Raum am Kunsthaus Kloster Gravenhorst

Im Rahmen der Gravenhorster „SAISONALE* – temporäre Kloster.Garten.Kunst“ ist ab sofort ein poetischer Rundgang mit dem Titel „idylle mit bushaltestelle“ zu sehen, entworfen von CW, der entlang der Innen- und Außenseiten der historischen Klostermauern des DA Kunsthaus Kloster Gravenhorst führt – darunter auch das „Hortorium Poetica“, ein Katalog poetischer, utopischer, dystopischer, möglicher, zweifelhafter, politischer … Gärten.

Eine feierliche Eröffnung ist dem Corona-Virus leider zum Opfer gefallen, dafür gibt es aber die virtuelle Eröffnung der dritten Gravenhorster SAISONALE* nun in Bild und Ton. (Hier geht es direkt zu Minute 7:44 und der „idylle mit bushaltestelle“).

Ausdrücklich zu empfehlen ist ein Besuch dieses außerordentlichen Kunstortes im Tecklenburger Land, zwischen Rheine und Ibbenbüren: partizipative Kunst im öffentlichen und jederzeit zugänglichen Gartenraum, die raunende A30 direkt hinter den Klostergärten, das ehemaligen Zisterzienserinnenkloster, das Austellungs-, Atelierräume und Stipendiat*innen-Appartments beherbergt. All das mit Ausblick auf den Teutoburger Wald, direkt am Mittellandkanal und unweit der Ems.

Lyrikschaufenster

Mit dem Video-Projekt Lyrikschaufenster startet das Haus für Poesie eine neue Reihe: In insgesamt 70 Videos sprechen Dichter*innen jeweils über ein besonderes Gedicht aus dem Fundus der Plattform lyrikline.org. Ab sofort stehen auf der Website kanalfuerpoesie.org die ersten zehn Beiträge zur Verfügung. Jeweils zehn weitere werden bis zum Jahresende immer zur Mitte eines neuen Monats veröffentlicht.

In einem der ersten Beiträge spricht Christoph Wenzel in Form einer lyrischen Paraphrase über das Gedicht „Schande den Dörfern, Schande den Dörflern“ von Ulrich Koch:

Das Projekt richtet sowohl an alle Lyrikinteressierten, aber auch an Schulen, Deutschkurse und weitere Bereiche der kulturellen Bildung. Alle Dichter*innen haben sich selbst aufgenommen und dabei eine je eigene Form der Auseinandersetzung gewählt.

Christoph Wenzel erhält den 13. Dresdner Lyrikpreis.

Für seine Gedichte, die „eine klangstarke Provinz- und Heimatkunde […] in einem ironischen Ton, in dem zugleich Wehmut wie Distanz einschlägt […]“ betreiben, wie Laudatorin Anja Utler mitteilte, erhält Christoph Wenzel den 13. Dresdner Lyrikpreis. Die komplette Laudatio ist hier nachzulesen.
Zugleich ging der Publikumspreis an den Lyriker Ondřej Krystyník, der die Mehrzahl der 441 abgegebenen Stimmen auf sich vereinen konnte.

Pandemiebedingt fand die Preisverleihung am 8. November online statt und kann hier nachgeschaut werden:

Dresdner Lyrikpreis 2020 online

Der Dresdner Lyrikpreis / Drážďanská cena lyriky wird nicht wie sonst mit Vor-Ort-Programm in Dresden, Brno und Prag inkl. Finallesung und Preisverleihung stattfinden. Dafür stehen nun jedoch Videos online, produziert von den zehn Finalist*innen. Vom 3. bis 7. November (19 Uhr) läuft auf der Webseite die Abstimmung über den Publikumspreis. Haupt- u. Publikumspreis werden dann am 9. November im Livestream bekanntgegeben.

Die Segeltour geht weiter

Weer heel blij en trots! Wieder glücklich und stolz. Im Team haben Stefan Wieczorek und ich als Redakteure für die Kunststiftung NRW, Flanders Literature, dem Nederlands Letterenfonds, dem Lilienfeld Verlag und vor allem mit den Dichter*innen Sonja vom Brocke, Maria Barnas, Jürgen Nendza und Peter Holvoet-Hanssen ein gutes Jahr an der zweiten Ausgabe des TRIMARAN gearbeitet. Jetzt ist sie erschienen. Neben den deutsch-flämisch-niederländischen lyrischen Begegnungen präsentieren wir Essays, Lyrikempfehlungen und Interviews, die sich mit den verschiedenen Facetten der drei Poesieszenen und des poetischen Übersetzens auseinandersetzen.
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In ons team hebben we een goed jaar aan de tweede editie van TRIMARAN gewerkt. Nu is het verschenen. Naast de Duits-Vlaams-Nederlandse lyrische ontmoetingen presenteren we essays, poëzie-tips en interviews die ingaan op de verschillende facetten van de drie poësiecènes en van de poëtische vertaling. Wat een geweldige job is dat!

Walking like a Poet!

Die Droste-Landschaft virtuell durchstreifen: mit 360°-Blick auf dem Lyrikweg vom Haus Rüschhaus zur Burg Hülshoff /Center for Literature, während Gedichte von mir und Musik der Poetryband „Landschaft“ (Ulrike Almut Sandig u. Grigory Semenchuk) zu hören sind.

Ruft man das Video mit dem Smartphone auf und bewegt währenddessen das Handy im Raum, lässt sich die schöne münsterländische Landschaft im Rundumblick betrachten.

Der Lyrikweg wird 2021 eröffnet und ist mehr als eine Wander-, Rad- und Spazierroute: Er ist ein Museum in der Landschaft, das Literatur, Naturkunde und Alltagskultur ausstellt und auf den Wegen Annette von Droste-Hülshoffs spürbar und erlebbar macht.

… zwischenzeitlich

… um es kurz zu machen: Zwischenzeitlich sind Texte (Gedichte, Essay, Film) u.a. in folgenden Anthologien, Katalogen oder Zeitschriften erschienen (Auswahl):

Stappellauf

Nach einigen Durststrecken und überwundenen Hindernissen segelt der TRIMARAN im Juli 2019 endlich erstmals los – geduldigen, beharrlichen und begeisterten Kolleg*innen und Stiftungen sei Dank. Es ist eine Freude, Teil der Redaktion zu sein!

Durch drei Länder und zwei Sprachen segelt der TRIMARAN und verbindet Dichterinnen und Dichter sowie die Lyrikszenen Flanderns, Deutschlands und der Niederlande.

Die Lyrik ist im deutschen und im niederländischen Sprachraum vital und mannigfaltig. Benannt nach dem Boot mit den drei parallelen Rümpfen, stiftet das zweisprachige und aus drei Ländern angetriebene Magazin Trimaran einen grenz- und sprachübergreifenden Vernetzungsverkehr und präsentiert Begegnungen und wechselseitige Übertragungen von Dichterinnen und Dichtern.

Esther Kinsky und Annelie David folgen für den Trimaran mit ihren Gedichten Spuren im historischen Gelände und in inneren Landschaften und geben Einblick in ihre Korrespondenz. In den Gedichten und Übertragungen von Ulrich Koch und Erik Spinoy werden die Wege ihrer gegenseitigen Annäherung sichtbar, und mit Fotografien fangen sie „den eigenen Blick des anderen“ ein. Ummantelt wird der poetische Innenteil des Magazins von Essays, Fragebögen und Lyrikempfehlungen – unter anderem von Michael Braun, Els Moors, Ester Naomi Perquin und Daniela Seel –, die überraschende Schlaglichter auf die gegenwärtigen Lyriklandschaften in Flandern, den Niederlanden und Deutschland werfen.

Ein europäisches Kooperationsprojekt der Kunststiftung NRW mit dem Nederlands Letterenfonds und dem Vlaams Fonds voor de Letteren im Lilienfeld Verlag.

Trimaran
Lyrikmagazin für Deutschland, Flandern und die Niederlande
Poëziemagazine voor Duitsland, Vlaanderen en Nederland
# 01/2019
136 Seiten, zweisprachig
21 × 27,5 cm
(D) € 15,00, (A) € 15,40, sFr 21,50 (UVP)
ISBN 978-3-940357-76-2
ISSN 2567-1987

Erscheinungstermin: Juli 2019